INTERVIEW MIT BEKS

Ich traf mich vor kurzem mit BB21 für ein etwas ausführlicheres Gespräch über Themen rund um meine Album-Trilogie.

Hier geht es direkt zum Interview.

Viel Spaß beim Lesen!

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Neuer Videoclip zu „Nicht gut genug“

Das neue Video aus dem aktuellen Album „Nichts“ könnt ihr ab sofort auf dem YouTube-Channel von Beks anschauen.

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BEKS ERKLÄRT NICHTS (LETZTER TEIL 14) – EUER LIEBLINGSSONG

Euer Lieblingssong

Nun sind wir endlich da – im Nichts. Ich hatte kurzzeitig den Gedanken das Album mit „Nicht gut genug“ zu beenden, da es thematisch gepasst hätte und definitiv End-Charakter hat, aber mir war schnell klar, dass ich das nicht wollte. Denn betrachtet man die Trilogie, so endet pop|rap mit „Pock Pock Bwa“, einem Song der gute Laune und Unsinn quasi verkörpert. Der Clown schließt dagegen mit dem krassen Gegenteil – „Le Grand Ciratou“. Also wollte ich das Ganze mit einem Song beenden der genau dazwischen liegt bzw. dessen Stimmung  man nicht genau zuordnen kann – also einer Art Koma- bzw. Nichts-Gefühl.

So ist hat der Beat diesen „Null-Linie-Synth“, ist aber trotzdem ziemlich poppig und easy-going. Auch die Lyrics erscheinen auf den ersten Blick ganz locker, da sie in dem Sinn auch vorgetragen werden. Betrachtet man jedoch den ganzen Kontext und den Albumverlauf zuvor, dann ist das ehrlich gesagt, der womöglich traurigste Song den ich jemals schrieb. Denn es ist ein Schluss. Auch wenn ich dem Ganzen den Charakter eines offenen Endes gab, so ist es trotzdem ein Ende. Der Beat enthält übrigens einen Loop, aus dem allerersten Beat den ich jemals gemacht habe. Er diente damals als Beat für den Opener meiner ersten öffentlich gemachten EP. Ihr seht also, der Kreis schließt sich auch hier.

Während ich den Song schrieb, hatte ich ein sehr befreiendes Gefühl. Es war eine Erleichterung für mich, da ich meine Trilogie unbedingt abschließen wollte, aber nicht immer sicher war ob ich das schaffe. Gleichzeitig war es der Song, den ich gebraucht habe, damit mich all diese Hasser endlich in Ruhe lassen. Jetzt konnte ich endlich diesen Song liefern, dass sie mir nicht mehr mit Musik kommen. Das Problemkind hat seine (wörtliche) Aufgabe sozusagen erwartungsgemäß erfüllt und ist im Nichts angekommen. Danke! Übrigens sei hier extra betont, dass das alles nichts mit meinen Eltern zu tun hat! Nur falls einer den Symbolcharakter, nach dem Durchhören des Albums, hinter dem allem noch nicht gefunden hat. Meine Mom und mein Dad sind die besten Eltern die man sich vorstellen kann und ich liebe sie mehr als alles! Deshalb hätte ich ihnen ein besseres Kind gewünscht hahaha.

Nun ja, auch wenn es gleich wie ein hässliches Klischee klingt, doch es ist halt so, seit ich es für mich entdeckt habe, war alles was ich wollte Musik machen. Es war meine Art mich auszudrücken und das einzige was ich dann auch machen konnte. Aber irgendwann bekam ich für das was ich machte, mehr Aufmerksamkeit als ich jemals erwartet habe; mit allem was dazu gehört. Doch zwischen Happy End und Schmerz ist nur ein Schritt dazwischen und bei mir wollte das Glück eben nicht sein. Das ist aber kein Klagen! Ich bin sicher nicht das einzige arme Kind, dem das Spielzeug geklaut wurde. Und es soll ja auch tatsächlich Leute geben, dessen größtes Glück, das Unglück anderer ist. So konnte ich deren leeres Leben also wenigstens etwas bereichern. Ich bin ein Held! Deshalb war der Endpunktcharakter beim Schreiben dieses Songs definitiv ein gutes Gefühl. Zumindest für eine kurze Zeit.

Denn es gibt auch immer eine Kehrseite. Zur dieser  gehört natürlich meine eigene Beziehung zur Musik, diese Hassliebe, die ich mit diesem Album versucht habe zu erklären. Aber vor allem sind es die Menschen, die meine Musik wirklich mögen. Es sind nur mehrere Hundert (Illegale zähl ich mal nicht offiziell dazu)…aber wenn man so bedenkt: Es sind mehrere Hundert und es kommen stets mehr dazu (auch legale)! Menschen, die mich meist zufällig entdeckt haben und mich nur von der Musik kennen. Menschen, die meine Musik freiwillig kaufen, auch ohne dass sie wirklich Werbung oder Hype hat, weil es ihnen egal ist und sie es mögen. Menschen, die mir zum Teil Mails oder Kommis zu meiner Musik schreiben, dass ich Tränen in die Augen bekomme. Und deshalb habe ich diese eine Zeile aus diesem Song (und sonst wo ich etwas zu meinen Fans sage), wirklich absolut ehrlich gemeint! Denn ihr ward das Wahre…

So beschreibt dieser Track im Endeffekt die Leere, die durch diese beiden Seiten der Medaille zu Stande gekommen ist. Es fasst das „Nichts“ bzw. die ganze Trilogie mehr oder weniger zusammen. Die Fahrt ist vorbei…
Im Nachhinein gibt es in so einer Situation immer Sachen die man bereut und ich bereue im Großen nur eines: Nämlich, dass ich nicht versucht habe alles auf die Musik zu setzen. Seit ich mir Gedanken machen konnte, machte ich stets das, was ich als richtig empfand, egal wie man von mir dachte oder wie ich angeguckt wurde. So fühlte ich mich vor mir selbst immer gut und das ist das was schlussendlich wirklich zählt. Aber ironischerweise war es gerade die Musik, als einziger Punkt, wo ich einen Kompromiss einging. Viele werden sagen so war es richtig und von einem objektiven Standpunkt aus gesehen, kann man das auch so sagen. Aber so wie nun alles gekommen ist, war es das für mich nicht, sodass ich mir nun wünsche, ich hätte in gewissen Situationen einfach mehr an mich gedacht, anstatt es „recht“ zu machen. Klar, es hätte auch andersrum schief gehen können und ich glaube auch nicht, dass man Glück, was man immer und bei allem braucht, wirklich erzwingen kann, aber dann würde ich es vielleicht jetzt eben nicht bereuen. Wer weiß, hinterher ist man immer schlauer. Immerhin hab ich es wenn dann selbst verkackt. Ok, das hilft dann nicht wirklich haha. Bereuen ist einfach das Schlimmste.

Naja, aber was etwas hilft, ist die Gewissheit, dass ich diese Album-Trilogie trotzdem (oder vielleicht sogar deswegen) gemacht habe. Und auf diese, samt allem was drum herum hängt, bin ich sehr, sehr stolz. Das ist mein Vermächtnis, welches mir nie mehr genommen werden kann. Einer meiner Lieblingsrapper sagte mal „I live forever through these bars“. Genauso ist es!

Ok, das war’s denke ich. Dann ist es wohl jetzt Zeit für die letzten Worte oder?!
Eigentlich möchte ich mich echt nur bedanken! Und zwar für jeden Support den ich für meine Musik jemals bekam. Jeden Kauf, jeden Klick, jeden Post mit meim Namen. Auch für jedes Lesen meiner Specials, Beiträge, Tweets oder sonst was. Für jede Mail, jeden Kommi, jedes Teilen, jedes Folgen, Rebloggen oder Empfehlen meiner Sachen. Danke für jedes ehrliche Interesse, das ihr für meine Musik hattet!  Die Erinnerung an das alles bleibt mir ewig, so wie euch meine Musik. Das dramatische Theater hatte eben schon in der Antike zwei Gesichter…

Damit schließ ich das Ende. Danke und peace!

BEKS/Laff Liryc

Für immer.

Euer Lieblingssong

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BEKS ERKLÄRT NICHTS (TEIL 13) – NICHT GUT GENUG

Nicht gut genug

Abgestürzt, gefallen und nun endgültig im Nichts angekommen…

Dieser Track begann mit dem Beat. Ich hatte die Skizze dazu irgendwann im Kopf und konnte das Ganze relativ schnell ausführen. Und mit dem Beat kam dann die Stimmung zum Inhalt.

Der Song dreht sich um einen Abschied von etwas oder jemandem, welcher durch was auch immer erzwungen wird. Ich lasse es bewusst offen, um welche Art von Abschied es sich dabei handelt, denn es kann für jeden ein anderer sein. So soll auch hier soll jeder seine eigene Interpretation finden. Was mich betrifft, so interpretiert es im Album- bzw. Trilogiekontext – jeder wie er es  versteht eben.

Mir ist klar, dass ich womöglich das drastischste Bild für das Thema gewählt habe, aber es soll eben den Punkt unterstreichen, dass man manchmal irgendwo ankommt, wo man keinen anderen Ausweg mehr sieht bzw. hat. So ist der Abschied von dort dann die einzige Möglichkeit aus dieser einer bestimmten Situation. Mehr will ich dazu gar nicht schreiben, sonst wird’s zu philosophisch, aber wie gesagt, es gibt mehrere Arten von einem Abschied.

Ich schrieb den Song, samt der Hook-Melodie und den Lyrics. Ich wolle die Hook jedoch nicht selbst machen, da eben die Idee hinter dem Song dann nicht so rüberkommen würde, wie ich es im Kopf hatte. Ich wollte etwas Kaputtes und Widersprüchliches in der Hook darstellen, nämlich den Gedanken, dass man sich vorstellt, dass das meiste Klagen von der Seite kommt, die für diese Ankunft in der jeweiligen Situation bzw. eben im Nichts verantwortlich ist. Ich hoffe, dass aus dem Albumverlauf jeder eine eigene Auslegung dafür findet.

Für den Hook-Part hatte ich Mary gleich im Kopf. Ich habe zwar mit einigen anderen Artists an Tracks für dieses Album gearbeitet, aber sie erschien mir für die Idee passend. Ich kenn Mary schon seit ein paar Jahren, wir haben uns Mal in einem Studio kennengelernt, wo wir zusammen mit anderen Künstlern gejammt haben. Das war so um die Zeit kurz nach dem „Clown“ Release. Seit dem sind wir in Kontakt geblieben und haben uns immer wieder getroffen und etwas Musik gemacht. Das war mehr so zum Spaß und es kam nie wirklich etwas dabei raus, aber ich hab ihr immer gesagt, dass ich irgendwann was für sie schreiben würde. Und so wurde es diese Hook. Ich sang es ihr vor, sagte wie es klingen soll und voila. Als ich ihn fertig hatte, spielte ich ihn ihr vor, um zu fragen, obs ok wäre wenn er aufs Album kommt. Sie meinte nur, wie so ein Song denn nicht aufs Album kann haha. OK.

Bei den Lyrics gibt es einen kleinen Kniff; und zwar ist ein (wahrlicher) Gang durch meine Trilogie. Jeder Vers steht chronologisch für ein Album. Ich lauf also von „pop|rap“, über den „Clown“ bis hin zu eben „Nichts“. Deshalb enthält der letzte Vers z.B. auch eine direkte Anspielung auf „Bexter“ (denkt an die Klamotten) oder „Im Fallen“. In den anderen beiden Versen gibt es jeweils einen Verweis auf das „Nichts“ Album. Die dürft ihr gerne selbst finden, ein paar andere Zeilen nach denen ich gefragt wurde, erkläre ich wie gehabt bei rapgenius.

Es sollte übrigens ein Video zu dem Song geben, aber leider wurde es durch einige Beteiligte verhindert. Normal.

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BEKS ERKLÄRT NICHTS (TEIL 12) – IM FALLEN

Im Fallen

Nachdem der Song vorher es bereits angedeutet hat, beginnt nun der endgültige Absturz auf dem Album…

Dieser Track begann in Wirklichkeit tatsächlich mit einem Bild von mir. Dieses zeigte mich mit einer Gitarre und es sah so aus als würde ich perfekt spielen können [Anm. d. nachdenklichen Autors: Es ist übrigens nicht das Bild unten]. Das Problem war, ich konnte auf der Gitarre etwa genau  zwei Akkorde. Die meisten Sachen komponier‘ und spiel ich mit dem Keyboard ein – das hab ich soweit im Griff. Manches geht dann noch über den MPD oder ich programmiere es einfach direkt, aber mit der Gitarre selbst hatte ich nicht wirklich viel zu tun. Das Bild fand ich jedoch soooo cool…deshalb wars umso schlimmer, dass es ja eigentlich die totale Farce darstellte. Das hat mich irgendwie geärgert und die einzige Möglichkeit um mich zu beruhigen sah ich darin, einen eigenen Song auf der Gitarre zu schreiben. Logisch. Also bestellte ich mir am selben Tag eine Akkustikgitarre und begann zu üben. Lange Rede, kurzer Sinn: Dieser Track ist mein erster Track den ich auf der Gitarre komponiert habe. Er besteht übrigens aus den drei Akkorden die ich zuallererst gelernt habe: Am, Em und C. Nun kann ich schon etwa zwei Duzend. Wow!

An dieser Stelle ist es vielleicht ganz interessant anzumerken, dass ich schon vor diesem Song einige Gitarren lastige Stücke geschrieben habe. Ich liebe dieses Instrument und ich finde Songs die von der Gitarre getragen werden toll. Solche Songs haben für mich etwas total Pures. In meinen Augen ist es sowas wie „absolutes Songwriting“ und das ist, wie ihr vielleicht aus meinen früheren Beiträgen erkannt habt, etwas dass ich sehr schätze. Deshalb war es irgendwo stets mein großes musikalisches Ziel, das mit „meiner Basis“, dem Rap, zu verbinden. Und Tracks wie „Le Grand Ciratou“ , „Es ist doch alles egal“ oder eben „Im Fallen“ sind meine Definition von Singer/Songwriter-Rap. Als ich damit vor Jahren anfing wurde ich noch belächelt und musste wirklich kämpfen um sowas zu veröffentlichen. Umso witziger ist es jetzt, dass das alles nun völlig klar geht und viele sogar nun versuchen sich durch solche Songs ein Image aufzubauen. Aber ok, ich bin da ganz ehrlich, ich hätte auch lieber Geld statt Seele.

Ich habe auch schon mit dem Gedanken gespielt ein ganzes Album in der besagten Richtung aufzunehmen. Ich habe immer wieder solche Tracks aufgenommen und sie zur Seite gelegt, weil ich davon nicht zu viele in die Trilogie packen konnte. Mindestens ein ganzes Drittel eines solchen Albums hatte ich schon vor der Nichts-LP fertig gehabt.

Nach „Im Fallen“ nahm ich noch einen weiteren Song auf, den ich auf der Gitarre schrieb. Diesen fand ich womöglich sogar besser, aber da ich mich durch das Konzept für einen entscheiden musste, fiel die Wahl symbolisch auf „den ersten“. Ich muss ehrlich zugeben, dass es für mich mit das Schlimmste ist, dass ich all diese Singer/Songwriter-Rap-Songs, die ich schon aufgenommen oder geschrieben habe, wohl nicht mehr veröffentlichen oder aufnehmen werde. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr mir es das Herz bricht…

Aber genug geflennt, zurück zum eigentliche Song. Bei den Lyrics schrieb ich den Refrain zuerst, was relativ selten passiert, aber irgendwie hatte ich die Melodie einfach im Kopf und die Textidee kam aus einer Inspiration heraus. Die restlichen Lyrics kamen mit der ersten Zeile des Songs. Da kam mir nämlich die Idee, dass ich den Text mathematisch-physikalisch-metaphorisch darstellen könnte. Das hört sich jetzt halt echt total bekloppt an, aber die Metaphorik hat schon was find ich. Dazu bin ich mir sicher, dass beim Hören, vor diesem Special, kaum einer gedacht hat, dass sowas nerdiges dahintersteckt. Aber wenn man die Idee nun kennt, findet man in den Versen einen Haufen naturwissenschaftlicher Bezüge. Der „Fall“ selbst, stellt außerdem wohl die bekannteste physikalische Größe dar – die Schwerkraft.  Alles fällt also.

Und auch wenn ich mich gerade wie einer aus der „Big Bang Theory“ anhöre, in Naturwissenschaften war ich eine Null…und zwar so eine große, dass mich Sheldon Cooper und Stephen Hawking dafür verachten und nicht zur ALS #Icebucketchallenge nominieren würden.

Ich hatte also zwar alles auf der Gitarre geschrieben, doch der Beat selbst hat relativ wenig Gitarrenanteil, wenn wir mal vom Solo am Ende absehen. Das Besondere ist aber, dass die Akkustikgitarre die man im Song hört, tatsächlich von mir eingespielt wurde. Das betone ich deshalb so, weil ich das davor niemals gemacht habe. Sinnloser Stolz eben.

Naja, auch in diesem Song gibt es neben dem obligatorischen Bezug zum gesamten Album, auch einen Rückbezug auf alte Gedanken. „Der Abgrund“ hieß einer meiner ersten Songs überhaupt und er war auf der EP von 2002 drauf – das waren meine ersten Musikschritte überhaupt.

Doch schon damals verpackte ich Themen auf alle möglichen Weisen. Natürlich war das kaum ausgereift, doch der Tonus war klar. Ich bewegte mich, laut Pressetext, zwischen derber Ironie, absoluter Rücksichtslosigkeit und tiefer Melancholie. Das Beste und Schlimmste daran war, dass ich es nie geplant habe – das war leider wie ich war und es kam einfach so aus mir raus. Das Ganze entwickelte sich über die Jahre, bis ich eben bei bzw. im Nichts ankam.

Ich war schon als Kind irgendwie ziemlich grüblerisch und als Teenie hilft einem sowas mal gar nicht. Vor allem, wenn einem an sich alles egal ist, aber man überall einen tieferen Sinn sucht. Als mein Drama damals scheinbar ins Unermessliche stieg, entdeckte ich die Musik für mich. Das war wie eine Offenbarung, denn ich meinte, dass ich am Abgrund stand und die Musik mich vor dem Absturz retten würde – Teenie-Hoffnungen eben. Die Ironie an dem Ganzen findet man am Ende des Albums, zu dem wir so langsam fallen…

Im Fallen

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BEKS ERKLÄRT NICHTS (TEIL 11) – DER BEAT LÜGT

Der Beat lügt

Ich habe schon lange mit dem Gedanken gespielt, einen Club -Track zu machen, der mal eine Geschichte hinter der „gewöhnlichen“ Party erzählt. Vermutlich kennt das jeder, dass man nicht immer zu einer Party geht um im klassischen Sinn zu feiern. Man möchte eher aus dem scheiß Alltag fliegen, alles vergessen und einfach mal an nichts denken, vor allem nicht an Probleme mit denen man sich sonst immer rumschlagen muss. Man möchte sich nicht mehr kennen. Es ist also eine Flucht vor der Realität, mit Musik und allen anderen Mitteln die man so in die Hände bekommt.

Mit dem Song wollte ich diesen Moment einfangen, den man manchmal hat, wenn man so wie beschrieben feiert. Irgendwann, egal wie kaputt man ist, kommt es zu einer Art Stillstand in einem und man denkt sich nur, Alter ich stürz hier doch übel ab. Denkt man dann daran, dass man das ja eigentlich bewusst macht, weil man Gründe dafür hat, so bekommt die Party einen wahrlich bitteren Nachgeschmack. Hierbei gehts um die Partys, die den Filmriss provozieren, denn dann kann man sich locker erzählen, wie cool doch alles ist und dass das Leben perfekt ist. Und um dieses Stadium zu erreichen, gibt es kaum einen besseren Freund als einen Beat, zu dem man losgelassen tanzen kann. Dann fühlt sich auch falsches richtig an.

Doch bevor ich auf den Beat als Lüge kam, nahm ich einen anderen Song auf zu diesem Thema. Das Ganze habe ich etwas anders aufgezogen, aber der Hintergrund war der gleiche. Da dachte ich auch, dass ein EDM-Beat besser zu der Sache passen würde, aber irgendetwas störte mich daran. Der Track war ok, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass er  genau das einfing was ich wollte. Also legte ich den Track auf Eis. Jetzt fällt mir ein, dass ich 1-2 Jahre zuvor sogar noch einen ähnlichen Track aufnahm. Der klang dem Thema entsprechend ziemlich düster, doch ich hab ihn selbst für Vor Nichts schnell verworfen. Auch wenn er coole Lyrics hatte, irgendwas hat mich an ihm gestört.

Naja, irgendwann arbeitete ich an Club-Beats und hatte diesen Rhythmus im Kopf. Ich suchte die passenden Drum-Sounds dazu aus und fing an die Bassline zu klimpern. Sie war einfach, aber effektiv – genau mein Ding. Ich loopte es und find an zu feiern. Ja, klingt doof, aber ich fand den Beat so zündend, dass ich bestimmt an die zwei Stunden dazu rumtanzte. Die Schrittfolge kam automatisch und so fing ich fast gezwungen an mitzusingen „Mach‘ den Two-Step, Two-Step…“. Schnell wurde mir klar, dass das die perfekte Untermalung für meine eingangs beschriebene Idee war. Denn der Beat allein war einfach nur zum Abtanzen – mit dem Thema aber wurde er zum Beatrug. Ich fing sofort an zu schreiben und war ziemlich schnell fertig, da ich einige Zeilen übernehmen konnte und der Rest von allein kam.

Dieser Track ist auch eine kleine Anspielung bzw. ein kleiner Rückbezug auf einen Track aus meiner Anfangszeit (also den Sachen vor der Trilogie), bei dem es auf eine andere Weise um meinen Beat ging. Ich habe ja zuvor irgendwo bereits angedeutet, dass ich alten Gedanken einen Platz auf dem Album eingeräumt habe – dazu komme ich aber noch etwas mehr  in den letzten Teilen. Denn der Kreis beginnt sich zu schließen und so läutet dieser Song auch das letzte Kapitel des Albums ein. Man ist nun soweit gekommen, dass man bereit ist einzusehen, dass der Absturz folgen wird – denn der Beat lügt…

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BEKS ERKLÄRT NICHTS (TEIL 10) – HELENES FISCHE

HELENES FISCHE

So, nachdem wir nun mit Mila Kunis geschlafen haben, sind wir wieder wach und kümmern uns um Helene…

Dieser Track war in der Entstehung der Song, der mich am meisten aufgeregt hat. Ich habs ja erzählt, irgendwann hatte ich mein Albumkonzept und so arbeitete ich daran. Allerdings sah mein Konzept keine Single vor. Früher war das einfacher mit den Singles. Bei pop|rap war „Pock Pock Bwa“ einfach eine logische Konsequenz aus meiner Entwicklung, „sineP up“ beim Clown war der nächste Schritt, der in meine Kopf war, aber nun hatte ich keinen Plan bzw. galt mein Interesse in erster Linie nicht der Single. In den vorherigen Teilen, hab ich ja meine Einstellung zur Kunstform des Albums schon kundgetan. Diese idealistische Einstellung gilt in unserer Zeit aber nicht und so brauchte ich eine Single.

Irgendwie wollte ich meine kleine Tradition beibehalten und wieder eine lockere Pop-Kritik bringen. Mir fielen auch alle möglichen Sachen ein, wie ich es machen könnte, aber mir gefiel nichts, da das meiste zu erzwungen kam und dadurch zu gewollt klang. So hatte ich u.a. einen Song aufgenommen über facebooks timeline. War witzig, aber kotzte mich an. Irgendwann ließ ich es sein und arbeitete weiter an der LP, bis ich zu den letzten Zügen kam.

In dieser Zeit arbeitete ich mit einigen anderen Künstlern zusammen, wobei keiner von denen aus der HipHop-Richtung kam. Da meine Deadline in Sicht war dachte ich mir leicht trotzig, was solls, wenn nichts mehr klappt, lass ich für mich eine Hook singen und gut ist es. Etwa 2 Woche vor der Deadline war ich bei einem Kollegen, der Pop/RnB macht, um mit ihm an Songs für ihn und an einer Hook für mich zu arbeiten. Ich brachte paar Beats mit und wir versuchte mit irgendwas zu kommen. Bevor ich zu ihm kam, schickte er mir noch eine Handyaufnahme von einer Idee, die er tatsächlich auf dem Klo einsang. Ich fand die cool, machte daraus einen EDM-Beat und brachte den mit. Wir nahmen den auf, ich produzierte ihn fertig und es wurde ein cooler Track. Eine Hook für mich haben wir aber nicht hinbekommen. Mein Kollege motivierte mich, ihm weiter Beats per Skype zu schicken und war sich sicher, dass irgendwann was kommt. Es war aber kaum mehr Zeit und fast wie verhext – es wollte uns einfach nichts einfallen. Ich war im Grunde schon leer und hatte kein Bock mehr und weil ich auch nichts mehr hatte, was ich als geeignet sah, machte ich in 5 Minuten eine Bassline mit paar Drums und schickte es zu ihm. Auch wenn das eher so aus Trotz und Verzweiflung war, so dachte ich, dass er darauf passen könnte. Aber alles was er dazu sagte war: „Alter, das ist ein Rap-Beat…(da geht nichts)“ Doch genau diese Aussage brachte in mir die Aufmerksamkeit  zurück, denn der Beat war meiner Meinung nach nicht wirklich ein Rap-Beat, aber wenn er es so empfand und ich so, dann war es ein Zeichen, dass ich da was probieren sollte.

So ließ ich den Beat im Loop und summte vor mich hin. Mir fiel eine lustige Melodie über Bum-Bum-Eis ein [Anm. d. Autors: Das ist meine Idee…]. Mehr fiel mir aber nicht ein und ich saß dumm vor dem Beat. Irgendwann kam ein Mail aus einer WhatsApp-Gruppe, wodurch sich eine lächerliche Diskussion entwickelte. Ich weiß nicht mehr worum es ging, aber alles was ich dachte war, oh Mann, was für Fische – überall nur Fische. Und so begann ich es auf den Beat zu singen. Ich brauchte nur noch eine Pointe und die war offensichtlicher als sonst was: Mann, die Fische kriegen halt auch noch Kids…

Ich nahm die Hook auf, aber mir fehlte etwas darin. Ich überlegte mir was da rein könnte, aber die Ideen waren schlecht. Als ich eine Backspur der Hook aufnehmen wollte hab ich vor meinen Einsatz paar Faxen gemacht und dann in dieser Inder-Stimme „frische Fisch“ gesagt. Sofort stoppte ich die Aufnahme und nahm das Ganze noch mal mit Absicht auf. Und dieser zweite Take ist genau das was ihr auf der Platte hört. Da wurde mir auch klar, worüber ich im Song sprechen möchte, denn diese Stimme benutze ich ja vorher auf „Potentieller Käufer“ und das war ein toller Rückbezug, denn Fische sind auch potentielle Käufer!

Der Track ist, wie auch die anderen 1.-Singles der Trilogie, eine Kritik an der Popkultur, auf meine Weise vorgetragen. Diesmal richtet sich der Track gegen all diese Mitläufer, die künstlichen Hypes folgen und kaum eine eigene Meinung haben. Das wissen sie auch tief drin und deshalb haten und neiden sie diejenigen, die eben das machen, was ihnen gefällt. Diese Hater bestätigen sich gegenseitig, aber im Grunde ist das nur fake und somit auch ihr ganzes Leben. All diese  facebook/instagram-post oder happy Party-Fotos oder die gekauften oder erbettelten likes – alles fake! Noch peinlicher sind diese Arschkriecher, die solchen Leuten glauben und sie feiern, weil sie denken, dass sie was davon haben. Ich kapier nicht, wie man so wenig Stolz haben und sie selbst so erniedrigen kann.
Ich finde, dass man lieber ein sogenannter Außenseiter mit eigener Meinung ist, als ein „Gang-Mitglied“ der nur der Menge folgt. Fängt schon beim Musikgeschmack an und endet bei Verschwörungstheorien. Und auch wenn es jetzt brutal kitschig klingt, doch am Ende fährt man am besten, wenn man zu sich selber steht! Punkt.

Mit Helene Fischer hat der Track deshalb kaum was zu tun. Sie ist nur Pate für ein symbolisches Wortspiel. Es steht für all diese Fische die plötzlich meinen, dass manche Dinge nun so cool wären, weil sie gerade einen Hype haben, obwohl sie diese seit je her verachtet haben.

Der Song ist darum irgendwie typisch für mich. Er kommt simpel und locker daher, aber ich glaube bei genauem Hinhören wird auffallen, dass in den Zeilen viel mehr dahintersteckt und dass ich noch viel mehr Leute beleidige als man denkt haha. Check einfach die Lyrics samt Anmerkungen weiter unten…

PS

Aja, einige Wochen nach Albumrelease schickte mir der vorher besagte Kollege eine SMS, dass er „diesen einen Beat“ von mir möchte, weil er meint, dass dieser Potential hätte. Der Audioanhang war natürlich…ihr wisst schon. Tja…

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BEKS ERKLÄRT NICHTS (TEIL 9) – MILA KUNIS

MILA KUNIS

Als ich wieder einmal in meinem super Studio saß, fand ich diesen Synthie-Sound mit dem der Track beginnt. Ich tweakte ihn leicht und hatte sofort den Rhythmus im Kopf. Während ich so die Drums einspielte, sagte ich immer wieder „Mila Kunis, Mila Kunis“ – das war quasi mein Metronom für den Song. Ich weiß nicht mehr ganz genau, warum ich auf diese Dame kam, aber ich glaube ich hab paar Tage davor den einen Film mit ihr und JT geguckt und irgendwie war sie in meinem Kopf geblieben. Vielleicht weil sie mir gefiel, vielleicht hatte sie auch den im-Ukraine-geborenen-Vorteil. Ganz egal, ich kam irgendwie drauf.

Nachdem ich das Grundgerüst des Beats hatte, fand ich, dass in dieser Mila Kunis-Passage etwas steckt. Ich wusste, ich sollte was daraus machen, allerdings wollte ich keinen Song über sie schreiben. Worüber ich aber schon länger was schreiben wollte, war ein Track über Paranoia in Träumen und dieser Beat hatte genau das passende Feeling dazu. So kam ich auf die Idee, Mila Kunis als Symbol zu benutzen.

Mila Kunis steht in diesem Track, für dieses eine, immer widerkehrende Element in Träumen. Vor allem meine ich hier diese richtigen Schicker-Träume, bei denen man oft selbst nach dem Aufwachen nicht weiß, ob man nun wach ist oder nicht, obwohl man absolut verrückte Scheiße geträumt hat. Ich denke jeder kennt dieses Gefühl, wenn man so halb vor sich hindöst und dann plötzlich in einer ganz komischen Szenerie ist. Man merkt aber, dass man noch halb wach ist, weil man bestimmt Dinge von außen wahrnimmt und kapiert, dass es nur ein Traum sein kann, aber man ist trotzdem so mittendrin, dass man denkt, das könnte auch real sein. Es ist also genau so konfus, wie ich es gerader versucht hab zu erklären. Inception in echt, nur kranker.

Ich geh (wie auch viele meiner Professor-Kollegen) davon aus, dass das Gehirn mit Träumen versucht bestimmte Dinge zu verarbeiten, die sich im Kopf festsetzen, weil diese Dinge eben einen, aus verschiedensten Gründe, verfolgen. Im Bewusstsein flüchtet man davor, aber im Unterbewusstsein erfolgt die Verarbeitung von diesem Stress dann in Träumen. Nur halt im Alice-im-Wunderland-Style.

So Träume sind oft ganz verschieden, aber es gibt Muster darin, die immer wieder vorkommen, sodass man meinen könnte, dass man tatsächlich verfolgt wird von bestimmten Dingen bzw. dass man in einer bestimmten Dimension gefangen ist. Paranoia überall eben. Und genau dafür steht hier Mila Kunis – sie erinnert einen immer wieder dran, dass man wieder „da“ ist und auch nicht mehr von dort wegkommt, außer man macht irgendetwas Radikales in der echten Welt.

Bei mir ist „da“ ein Ort, der durch meine Musik-„Karriere“ erschaffen wurde. Dieser Track ist also der nächste Schritt ins Nichts und man fängt so langsam an zu merken, was es mit dem Albumverlauf bisher auf sich hatte. Hoffe ich zumindest.

Der Track schrieb sich fast wie von selbst, da ich mich mit dem Thema wirklich lange auseinandersetzen musste und mir nur der Ansatz fehlte, der dann mit dem Beat kam. Wie vorher erzählt, kam ich zur Mila Kunis-Symbolik durch einen Zufall, doch im Schreibverlauf hab ich gemerkt, dass es sogar doppeltes Glück war, da sie in Black Swan ja eine Symbolfigur für die Hauptdarstellerin spielt. Da ich den Film auch nur zufällig angeschaut habe (Ballett ist echt nicht so mein Ding), bin ich davon ausgegangen, dass nicht jeder den Film kennt – ich mein, sonst kennt ja jeder jeden Film… Eff it. Doch genau deshalb habe ich den Song so geschrieben, dass man den Film für das Verständnis nicht braucht. Wer aber den Streifen kennt, wird denke ich einige kleine Anspielungen finden wie z.B. das gebrochene Glas, das schwarze Schwan Thema (textlich und musikalisch), die an- und aufgekratzten Zeilen oder die letzten Worte des Songs. Im Album-Artwork findet man ja ebenfalls dezente Hinweise auf den Track. Also ich finde solche Details ganz cool und ich freue mich immer, wann sie der eine oder andere bemerkt. Und wenn nicht, macht das Ganze trotzdem Sinn…

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BEKS ERKLÄRT NICHTS (TEIL 8) – ANGST VOR DER WAHRHEIT

ANGST VOR DER WAHRHEIT

Wenn man es so will, ist das hier mein Folk-Song. Ich meine mich zu erinnern, dass ich damals beim Clown-Special schon von meiner Vorliebe für Weltmusik erzähl habe. Deshalb verzichte ich hier auf weitere, übermäßige Ausführungen meiner Lebensgeschichte. Kommen wir gleich zum Kern des Ganzen,  und würde ich Favoriten wählen müssen, so mag ich in der Richtung, neben russischsprachiger Musik, vor allem südamerikanische/spanische Musik und Musik aus dem Balkan. Ich muss dazu sagen, dass ich mit Folk-Musik eigentlich Pop-Folk meine. Denn sehr viele Folk-Lieder leben von den Texten und haben musikalisch an sich kaum was zu bieten, deshalb ist es auch unmöglich sie zu beurteilen, wenn man sie nicht versteht. Daher gilt, dass es mir zuerst vom Klang gefallen muss und das sind meist Pop-(Folk)-Sachen mit ihren Melodien – das Thema hatten wir ja schon. Aber sobald ich auf eine Melodie anspringe, besorge ich mir die Übersetzung.

Hierbei muss ich leider sagen, dass von allen Volksmusiken der Welt, für mich, die deutsche Volksmusik mit Abstand die Schlimmste ist. Ok, dass ich das Volksfest-Gedudel nicht mag, ist vielleicht Geschmackssache und ich mag bei vielen anderen Volksmusiken die musikalische Begleitung auch oft nicht. Aber ich kenn kaum eine Volksmusik, bei der so wenig Wert auf Text gelegt wird! Die meisten Länder reißen sich ihr Herz in ihrer Landesmusik aus und die Deutschen haben gefühlt irgendwie nur Sauflieder. Das ist komisch und sehr Schade, da gerade die deutsche Sprache unheimlich viel lyrisches Potential liefert. Dass mit die größten Dichter aus diesem Land stammen, macht das Ganze noch weniger verständlich. Wie gesagt, ich spreche hier nur von der Volksmusik!

Zurück zum Track. Es ist so, dass es ziemlich viele Russen- und Balkansachen gibt, die eine bestimmte Instrumentalisierung als Grundelement haben: Gitarre und Akkordeon – beides Instrumente die ich sehr mag. Irgendwann hörte ich eine Ballade, die quasi nur aus diesen Instrumenten bestand. Sie hatte keine Drums und ein sehr minimales Arrangement – im Grunde war sie akustisch. Ich habe mich in dieses Lied sofort verliebt, da es so eine wunderschöne Melodie hatte. Dazu hat es einen passenden, traurigen Text, der sehr gefühlvoll vorgetragen wurde – ach, fast schon Klischeehaft schön. Ich war auf jeden Fall so begeistert, dass ich selbst so eine Art Song machen wollte. Das Problem war nur, dass ich den anderen Track so super fand, dass ich dachte, dass es auf diese Weise keinen Sinn machen würde. Was sollte mir schon einfallen, dass ich nicht die ganze Zeit einen Vergleich dazu zieh?! Auch war es so, dass der besagte Song gesungen wurde und so singen können nicht viele – ich schon zwei Mal nicht. Trotzdem wollte ich auf meine Weise „so einen“ Song.

Ich probierte zuerst den Gitarrenriff, welcher mir glücklicherweise sehr schnell gelang. Womöglich weil ich genau zu dieser Zeit so ein neues Gitarren-Plug-In bekommen habe und Bock hatte es auszuprobieren. An sich ist der Riff so ein Standardding, eine normale und einfache Gitarrenbegleitung. Aber das Feeling macht dabei das meiste aus und da hatte ich es. Was aber noch wichtiger ist, ist die Melodie und so stellte ich die Keys auf Akkordeon und spielte rum. Ich kann mich erinnern, dass ich die Melodie noch schneller hatte als den Riff. Keine Ahnung, es kam einfach. Anfangs habe ich sie auch gar nicht so wahrgenommen, aber ich wusste irgendwie, dass es genauso sein muss und was Besseres hier nicht mehr kommt. Danach musste ich den Song in meine Richtung drehen und ich dachte mir es käme doch cool, wenn ich unter diesen Riff und die Melodie, Drums drunter leg, mit einem Sound, der wahrscheinlich nicht die erste Wahl für solch eine Ausgangslage wäre. Ich tweakte also ein R’n’B Kit und hatte somit die Grundlage.
Die Melodie der Violine stammt übrigens aus einem anderen Song von mir. Ich nahm ihn vor langer Zeit auf, aber fand ihn nicht passend zum veröffentlichen, jedoch fand ich den Beat toll und vor allem diese Passage hats mir angetan. Später fehlte mir was beim Arrangement und das passte perfekt rein. Leider fiel der andere Song dadurch weg, aber man muss eben Opfer bringen.

Die Lyrics zu dem Song schrieb ich parallel, allerdings waren sie eigentlich nicht dafür geplant. Im Grunde schrieb ich anfangs an einem ungeplanten Gedicht und verlängerte es dann zu einem Song, als ich merkte, dass es zu dem Beat passte. Anschließend nahm ich den ganzen Track auf. Die meiste Arbeit kam jedoch danach, als ich mich ans Arrangement machte; da hab ich wirklich lange dran gesessen, bis ich zufrieden war. Hat sich aber dann wohl gelohnt und meine persönliche Lieblingsstelle des Albums sind die 4 Gitarren-Töne nach dem letzten Refrain. Ich weiß nicht wieso, vielleicht liegt es an meinem persönlichen Bezug, aber in diesem Moment ist einfach die ganze Essenz des Songs drin, auch wenn sich das jetzt komisch lesen mag.

Zum Inhalt möchte ich nicht allzu viel sagen, da ich doch zu einigen Zeilen gefragt wurde, die ich zum Teil bei rapgenius erklären werde. Der Hauptgedanke des Tracks ist der Verlust von etwas/jemandem das/den man liebt. Ich denke das Video ist ein ganz guter Ansatz für eine Interpretation, in der sich jeder gern selber finden darf. Dafür ist die Musik da.

Der Song ist die thematische Mitte des Albums. Es gibt Rück- aber auch Vorbezüge, sodass man nun langsam ahnt, wo „die Straße ins Nichts“ endet…

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BEKS ERKLÄRT NICHTS (TEIL 7) – MANN MIT DEM MOLLY

Mann mit dem Molly

Ja, war ja klar, dass dieser Song auch irgendwann „erklärt“ werden muss. Also eigentlich begann das alles recht harmlos. Ich habe an neuen Sachen gearbeitet und da ist mir eine witzige Hook-Melodie eingefallen. Sie war so richtig locker, wie dieses Stand by me-Cover von dieser einen One-Hit-Wonder-Tennie-Band, dessen Namen ich nicht mehr kenn. Und das erste was ich dazu sang war „Mann, Mann, Mann, Mann – ich bin so ein toller Mann, Mann, Mann, Mann…“. Ich fand das unheimlich lustig, aber irgendwie auch sinnlos, denn ich wusste nicht was ich daraus für ein Song machen soll. Klar, ein Song darüber wie toll ich bin, wär ok und völlig wahrheitsgerecht, aber auf sowas hatte ich irgendwie kein Bock in diesem Moment…ja, toll sein nervt eben auch manchmal. Trotzdem schrieb ich noch die nächste Zeile der Hook. Anfangs war sie wörtlich gemeint, also dass ich keine Frau ansprechen muss – ich bin ja so toll. Dann fiel mir aber auf, dass es nicht jedem so gut geht wie mir und dass es eben auch Männer gibt, die absolut für keine Frau ansprechend sind…aber gerne so tun. Genau da hatte ich diese Idee. Warum drehe ich die Hook nicht einfach in die Sicht eines solchen Mannes und mach mich dann lustig über ihn. Die Frage war nur wie…

Mir ist klar, dass dieser Track thematisch eine ziemliche Gratwanderung ist, aber die Original-Melodie hatte einfach nach einer „anderen“ Ausführung verlangt. Natürlich kann man so ein Thema auch sehr ernst behandeln – man muss es im gewissen Sinne auch. Aber ich wollte es metaphorisch einordnen. Und was ist denn erbärmlicher als ein Mann, der eine Frau nur durch sowas wie Molly im Glas abschleppen kann, aber so tut als wäre er der Hit?! Deshalb habe ich anfangs auch überlegt einen Song über einen Achim oder so zu machen. So einen Achim kennt jeder. Er ist der, der in einem Raum mit 100 Männern, von einer Frau an Stelle 103 genommen werden würde. Gleich nach dem Stuhl und der Rolle Klopapier. Und zwar weil Achims Gesamtbild einfach Kacke ist – er ist eklig, falsch, aber hält sich für etwas Besseres. [Anm. d. Autors der übrigens Gast-Kolumnist des Bravo-Dr.Sommer Teams ist: Liebe best-friend Typen, ihr seid damit nicht gemeint, ihr seid cool. Aber ihr solltet trotzdem aufhören, die Hausaugaben der Schlampen zu machen… ] Auf jeden dachte ich mir, [ironie] warte mal, das hört sich fast nach mir an! [/ironie].  Ok, dann mach ich es aus der Ego-Sicht, dann kann ich mich auch beim Reimen etwas austoben. Dementsprechend hab ich das alles dann hingebogen.

Ich weiß auch, dass es auch einige Zeilen im Song gibt, die nicht jedermanns Sache sind. Tja, so ist das Leben und ich finde Mario Barth überhaupt nicht witzig und Claudia Schiffer nicht hübsch. Jedem das seine eben.  Wenn es einem nicht gefällt, kein Problem, drückt FF und haltet die Klappe. An dieser Stelle, hab ich aber einen super Tipp: Es hilft oft enorm, die Zeilen eines Songs im Kontext zu betrachten und nicht einzeln…Manche sollten, wenn es ihnen mal wieder langweilig wird, vielleicht darüber etwas nachdenken.

Naja, ich schrieb die Verse, nahm den Song auf und dachte cool – das passt nicht. Die Hook war toll, aber die Verse klangen zu läsch auf dem Beat. Also legte ich den Song ad acta. Ein paar Tage später arbeitete ich an neuen Songs und da ist mir diese Bassline eingefallen. Ich fand die gut, machte einen Rhythmus drauf und ließ den Loop laufen. Aber mir fiel nichts ein außer „Ayo, ayo“. So nahm ich es auf und belies es dabei. Noch ein paar Tage später, regte ich mich auf, was für eine tolle Idee baden gegangen ist und begann zu überlegen, wie ich das hinkriegen könnte. Ich bemerkte dann, dass die Verse gut auf den Bassline-Beat passen würden, aber die Hook-Melodie wäre dann weg. Dabei war sie doch so ein Ohrwurm…Noch ein paar Tage später war ich aber soweit die Melodie fallen zu lassen, um dann die Hook in ihrer jetzigen Form schreiben zu können. Ich nahm alles auf und voila.

Gott sei Dank, bin ich nicht beratungsresistent, wenn ich mich selbst berate…fast wie Jogi Löw.

mmdma

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